Ein Ritterschlag für das Projekt „Wir in Lünern“

Die Deutsche Fernsehlotterie fördert die Dorfentwicklung in Lünern-Stockum -

 

Stolz präsentierten der Vortand der Diakonie Ruhr Hellweg, Christian Korte, Vertreter der evangelischen Kirchengemeinde Hemmerde-Lünern und des Vereins „Wir in Lünern e.V.“, sowie die Ortsvorsteherin Anja Kolar den Bewilligungsbescheid, mit dem die Stiftung „Deutsches Hilfswerk“ die Förderung eines Quartiersmanagement für 3 Jahre zusagt. Das ist sowohl eine Anerkennung für die von der Initiative „Wir in Lünern-Stockum“ betriebene Dorfentwicklung als auch für die vereinbarte Kooperation zwischen Diakonie, evangelischer Kirche und „Wir in Lünern-Stockum“ bei der Umsetzung des gemeinsam erarbeiteten Quartierskonzeptes.

Seit mehreren Jahren kümmern sich viele engagiert Bürger sowie Institutionen aus Lünern-Stockum um die Zukunft ihres Dorfes. Sie wollen nicht tatenlos hinnehmen, dass es vor Ort keine Nahversorgung mehr gibt, Treff- und Begegnungsmöglichkeiten fehlen, ältere Mitbürger das Dorf verlassen müssen, weil es für sie keine adäquaten Wohnungen gibt, für Familien mit kleinerem Geldbeutel kein günstiger Wohnraum vorhanden ist, und viele für das tägliche Leben wichtige Serviceleistungen vor Ort nicht mehr angeboten werden.

 

In einem von der Initiative „Wir in Lünern-Stockum“ angeregten und gemeinsam mit den Bürgern erarbeiteten Dorfinnenentwicklungskonzept hat die Stadt die kurz- und langfristigen Ziele der Dorfentwicklung festgeschrieben. Bei dem Bemühen, diese Ziele nach und nach in gemeinsamer Anstrengung zu realisieren, stellt die Förderung eines Quartiersmanagements durch die Stiftung „Deutsches Hilfswerk“, so Helmut Eichhorst, Pfarrer Volker Jeck und Günter Drechsel-Grau von der Sprechergruppe von „Wir in Lünern-Stockum“ eine entscheidende Unterstützung dar. Schon die Umsetzung eines der Leitprojekte des Dorfinnenentwicklungskonzeptes, nämlich die Sicherung der Nahversorgung, zeige, wie herausfordernd und anspruchsvoll die verfolgten Ziele sind.

 

Um dem eigenen Anspruch an die Verwirklichung der gesteckten Ziele gerecht werden zu können, ist schon früh angeregt worden, das ehrenamtliche Engagement der Bürger durch ein Quarteismanagement zu unterstützen. Man empfinde die Förderung durch das „Deutsche Hilfswerk“ fast als „Ritterschlag“ für die bisherigen Bemühungen. Denn die Stiftung stellt an die Förderung eines Quartiersmanagers hohe Anforderung. Überzeugt habe, dass

 

  • das Bemühen um die Zukunft des Dorfes von der Bürgerschaft getragen werde,

und

  • in dem Konzept alle Aspekte der Dorfentwicklung angesprochen werden,


Überzeugt hat insbesondere auch die gefundene Form der Trägerschaft für das Quartiersmanagements. Denn es haben sich, um dieses auf den Weg zu bringen, die Diakonie Ruhr-Hellweg, die evangelische Kirche Hemmerde-Lünern und „Wir in Lünern-Stockum“ auf eine Kooperation verständigt. Die Diakonie hat den Antrag gestellt und wird den Quartiersmanager einstellen. Dessen Arbeit aber wird gemeinsam verantwortet. Damit ist diese Form der Trägerschaft der ganz konkrete Ausdruck der von Der Stiftung „Deutsches Hilfswerk“ gewünschten Kooperation von Bürgerschaft und Institutionen.


Die konkrete Aufgabe des Quartiersmanager haben die Kooperationspartner folgendermaßen definiert:

Der QM hat die Aufgabe, zusammen mit den von der Bürgerschaft geschaffenen Strukturen die im Konzept formulierten Ziele und konkreten Projekte umzusetzen. Er hat insbesondere die bürgerschaftlichen Strukturen so zu unterstützen, dass diese in der Lage sind, die ihnen obliegenden  Aufgaben wahrzunehmen. Er bereitet organisatorisch und inhaltlich Dorfkonferenzen, sowie Sitzungen der Sprecher- oder Koordinierungsgruppe vor. In Absprache mit der Sprechergruppe setzt er gefasste Beschlüsse um, initiiert neue Projekte, unterstützt laufende Projekte, motiviert Bürger, sich zu engagieren, knüpft Netzwerke, stellt Anträge auf Finanzierung usw.


„Wir freuen uns auf diese Zusammenarbeit“, stellt Christian Korte, Vorstand der Diakonie Ruhr Hellweg fest. Es eröffnet uns die Chance, vor Ort stärker präsent zu sein und unsere Angebote unmittelbar zum Wohle der Bürger einzubringen. „Die Kooperation ist gut für alle Seiten“, so Christian Straub, zuständiger Fach-bereichsleiter bei der Diakonie. Es zeige zudem die enge Verbundenheit von Diakonie, Kirchengemeinde und dörflicher Gemeinschaft, erklärt Udo Sedlczek, zuständig für Fundraising und Gemeinden.


Für die evangelische Kirchengemeinde stellt diese Kooperation eine nahtlose Fortsetzung ihrer Mitwirkung beim Dorfentwicklungsprozess dar, den sie von Beginn an großzügig mit ihren Ressourcen unterstützt. Die Zusammenarbeit mit der Bürgerschaft, die Mitgestaltung der dörflichen Gemeinschaft ist für sie konkreter Ausdruck ihres pastoralen Selbstverständnisses. Der Quartiers-manager wird sein Büro im Ludwig-Polscher-Haus haben. Dieses steht wie bisher natürlich für alle zukünftigen Aktivitäten zur Verfügung. Besonders wichtig ist für die Kirchengemeinde, so Pfarrer Jeck und Presbyter Günter Drechsel-Grau, dass die von ihr aufgebaute gemeindenahe Sozialbegleitung sich im Quartiers-konzept wiederfindet und weiter entwickelt werden soll. Die Kirchengemeinde ist deshalb bereit, sich trotz schwindender Kirchengelder über diesen Weg auch konkret an der Finanzierung des Projektes zu beteiligen.


Alle Beteiligten sind sicher, dass mit der Förderung die Quartiersentwicklung neuen Schwung bekommen wird. Sie hoffen und sind zuversichtlich, dass sich weiterhin viele Bürger mit ihren Ideen und ihrem Einsatz aktiv an der Gestaltung ihres Dorfes beteiligen werden.