Informationsveranstaltung zum Thema Nahversorgung in Lünern

Die Initiative „Wir in Lünern“ lädt ihre Mitbürger für Freitag, den 28. Juni um 19.00 Uhr ins Ludwig Polscher Haus zu einer Informationsveranstaltung zum Thema „Dorfladen für Lünern“ ein.

Ein hinreichendes Nahversorgungsangebot ist ein wichtiges Standortargument für Lünern, so die einhellige Auskunft aller Neubürger. Und befragt man die Lüneraner selber, wie im Rahmen des Dorfentwicklungsprozesses geschehen, dann steht ihr tastsächliches Einkaufsverhalten in krassen Widerspruch zu ihrem Wunsch, ein möglichst komplettes Nahversorgungsangebot vor Ort vorzufinden.

Denn es war ja die mangelnde Nachfrage, die in den letzten Jahren gleich mehrfach die Betreiber des Ladens haben aufgeben lassen. Jetzt wo er schon seit fast zwei Jahren geschlossen hat, weiß man, was mit dem Dorfladen verloren gegangen ist: Nicht allein, vermutlich nicht einmal an erster Stelle die Möglichkeit, die Grundversorgung vor Ort zu decken, nein es wird für alle spürbar, dass mit dem Laden auch ein eigentlich unentbehrlicher Ort der Begegnung und Kommunikation verschwunden ist.

Es gibt ja auch Gründe für die unzureichende Nachfrage. Mit dem vielfältigen Angebot der Supermärkte in unmittelbarer Nachbarschaft kann ein Dorfladen mit seinem eingeschränkten Sortiment nicht konkurrieren. Es ist ja auch bequemer, seinen Wochenbedarf auf dem Wege von der Arbeit nach Hause durch einen Zwischenstopp im Supermarkt zu decken. Gibt es trotz der bisherigen negativen Erfahrungen eine Möglichkeit ein Grundversorgung vor Ort zu schaffen?

Die Initiative „Wir in Lünern“, die sich um die Entwicklung des Dorfes bemüht, will diesen Versuch starten. Es macht ihr Hoffnung, dass es sie gibt, die erfolgreichen Dorfläden, die in Orten deutlich kleiner als Lünern bestehen und sich erfolgreich gegenüber der Konkurrenz der Supermärkte behaupten. „Wir haben sie besucht und waren beeindruckt, die Dorläden in Vinnum, Meerfeld oder Schappdetten“, stellt Gabi Olbrich-Steiner fest, die für „Wir in Lünern“ die Arbeitsgruppe Nahversorgung organisiert. Auf kleinsten Raum wird dort ein vielfältiges Angebot vorgehalten. Die Läden strahlen ein einladendes Willkommen aus. Sie sind Anlauf- und Kommunkationspunkt ihres Dorfes.

Das Erfolgsgeheimnis: Die Läden werden von der Bürgerschaft getragen. Die Bürger haben mit anderen Worten die Läden zu ihrem Projekt gemacht. Sie unterstützen sie nicht nur ideell und ehrenamtlich. sondern auch durch ein finanzielles Engagement. Die Läden werden als Genossenschaften oder als Unternehmergesellschaften betrieben. Dort, wo die Läden erfolgreich laufen, hat sich die Mehrzahl der Haushalte durch die Zeichnung von Genossenschafts- oder Gesellschaftsanteilen an der Finanzierung der Läden beteiligt. Die Vermarktung regionaler Produkte ist oft ein Alleinstellungsmerkmal.


Gelingt es, auch in Lünern einen Dorfladen zu gründen? Gabi Olbrich Steiner hofft und ist zuversichtlich, für ein solches Projekt hinreichende Unterstützung aus der Bürgerschaft zu erfahren. Diese wird in einer Bürgerversammlung Gelegenheit haben, sich mit den Bedingungen vertraut zu machen, von denen der Erfolg eines Dorfladens abhängt. Diese Veranstaltung findet am Freitag, den 28. Juni um 19.00 Uhr im Ludwig Polscher Haus statt.

„Wir in Lünern“ hat mit Wolfgang Gröll als Referenten einen ausgewiesenen Experten in Sachen „Dorfläden“ verpflichtet. Seit mehr als 27 Jahren hat er erfolgreich Gründungen von Dorfläden zunächst in Bayern, mittlerweile in der ganzen Bundesrepublik begleitet. Bei Funk- und Fernsehsendungen, die sich mit dem Thema Dorfladen befassen, ist er immer wieder als Experte gefragt.

Am 28. Juni wird er u. a. zu folgenden Fragen Stellung nehmen:

  • Wie ist die gesamte Lebensmittelhandelsstruktur in Deutschland aufgebaut?

  • Welche Erfolgsfaktoren garantieren das Überleben eines Bürgerladens?

  • Wer kommt als Lieferant für unseren Bürgerladen möglicherweise in Frage?

  • Welche Betreibermodelle haben in der Praxis eine Chance?

  • Kann ein Bürgerladen preislich mit den Discountern mithalten – und wenn „Ja“ – wie?

„Wir in Lünern“ hofft, dass die Mitbürger schon durch ihr zahlreiches Erscheinen ihr Interesse an dem Projekt „Dorfladen für Lünern“ bekunden.

Helmut Eichhorst

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